Cooperation - Ein dynamischer TREND auf ERFOLGS-Kurs!

"SmartCoop" - heißt "intelligent cooperieren". Das bringt sofort die Frage auf: "Gibt es auch Cooperation, die nicht "intelligent" ist. Bewusst auf "Intelligenz" beim Cooperieren zu verzichten, wäre wohl "Un-Sinn". Aber "unbewusst" - so stellen wir oftmals fest - werden wichtige Elemente schlichtweg vergessen. Und: Oft sind es genau die Elemente, die das ausmachen, was man als die (entscheidende) WirKraft bezeichnen könnte. Wir nennen dies die "WirKraft-Werke"". Dazu gehören z.B. Vertrauen - TeamGeist -Partizipation - Kommunikation - Zielklarheit - Nachhaltigkeit - SelbstVerantwortung - Faszination ... Man kann dazu durchaus sagen, dass es sich um WERTE handelt, die MENSCHEN lieben ...
Zum Thema SmartCoop und WirKraft-Werke informiert auch die Homepage des MMW Bundesverbandes der Cooperationswirtschaft e.V.

2012-10-19

CoopKom - Stiftung und Genossenschaft in einer Kommune

Teil 5 - Stiftung und Genossenschaft


Mit allen diesen vorgenannten „Blockaden“ muss sich unser vorstehendes konkretes „Stiftungs-Energiekonzept“ auseinander setzen.

Wie wir sehen, ist Zeit „Geld“. Unsere – angenommene Solaranlage – könnte pro Jahr tendenziell über 400 TEUR erwirtschaften.  Monate für Monat kann diese Anlage fast 35 TEUR Ertrag erwirtschaften, Tag für Tag etwa 1.100 EUR. Dies Summen zeigen, wie die Faktoren Zeit und Geld sich konkret bedingen. Um schnellstmöglich diese Erträge in das WIN-WIN-KONZEPT einfließen zulassen, muss die Solaranlage zeitnah beschafft werden. Um das realisieren zu können, benötigt die Stiftung  jedoch den Nachweis eines Eigenanteils von 300 TEUR, denn nur dann wird die Bank die übrigen 80% Kredit in Höhe von 1,2 Mio. EUR beisteuern wollen.


Um das Projekt zeitnah realisieren zu können, bedient sich die „Energie-Stiftung“  der Möglichkeiten einer Bürger-Energiegenossenschaft (kooperativ). Wichtiger Zweck einer engen Kooperation in dieser Phase: Ohne Verzug die Solaranlage anschaffen und ans Netz gehen zu lassen.  


Sinnvoll ist, dass die  Stiftung der Eigentümer der Solaranlage wird. Das macht Sinn, weil die Stiftung keine Steuern zahlt. Die Entscheidung der Genossenschaft, (zunächst) die Solaranlage der Stiftung zu ermöglichen,  ist also wichtig und richtig.


Bei den notwendigen Maßnahmen der Stiftung, hinreichend Stiftungsmittel einzuwerben, könnten jedoch Verzögerungen auftreten.


Nicht nur der potenzielle Stifterkreis hat mit  (den vorstehend dargelegten) „Denk-Blockaden“ zu tun.


Auch andere Bürger der Gemeinde könnten mit der Idee der Stiftung ihre „Denk-Probleme“ haben. Diesmal , weil es Menschen gibt, deren finanzielle Möglichkeiten so sind, dass sie keinerlei Steuervorteile beim Stiften realisieren können. Auch eine andere Gruppe könnte „nachdenklich“ werden. Es gibt Menschen, die mangels finanzieller Fähigkeit „stiftungsunfähig“ sind  – selbst wenn sie gern etwas stiften wollten. Zu solchen Menschen könnten Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose oder viele Rentner zu rechnen sein.


Viele dieser Menschen wären jedoch bereit, sich als Mitglied an einer Energiegenossenschaft zu beteiligen. Denn dort „verschenken“ (stiften) sie ihr Geld nicht, sondern legen es sozusagen „an“. Und sie erwarten daraus was nachvollziehbar ist - eine Rendite.

Der „Nachteil“ einer solchen Genossenschaft ist: Dort fallen Steuern im vollen Umfange auf erzielte Gewinne an.

Wir haben bereits vermerkt, dass zu empfehlen wäre, wegen der Steuerfreiheit, die Solaranlage in der Stiftung zu platzieren.


Und wovon „lebt“ die Genossenschaft, was sind also ihre Erträge?


Von den Zinsen aus dem Darlehn an die Stiftung, um den Eigenanteil der Stiftung gegenüber der Bank darstellen zu können.


Das Darlehn von der Genossenschaft rechnet sich für die Stiftung auch dann, wenn  die Darlehnszinsen vielleicht 8% betragen sollten. Diesen Zinssatz wird die Genossenschaft verlangen müssen, denn ihre Mitglieder müssen damit bedient werden. Und außerdem: Von den Gewinn-Ausschüttungen der Genossenschaft müssen die fälligen Steuern noch berücksichtigt werden.


Dennoch sollte die Entscheidung der Stiftung leicht fallen, auch zu einem Zinssatz von 8% ja zu sagen, weil der damit realisierte Vorteil ungleich größer ist.


Das 150 TEUR (50% der Eigenmittel der Stiftung zur Realisierung des Bankkredits) der Genossenschaft an die Stiftung, ergibt einen Zinsaufwand monatlich von ca. 1,0 TEUR. (Zur Erinnerung: Der Ertrag der Stiftung aus der Solaranlage beträgt jedoch pro Monat ca. 35 TEUR. Das Darlehn der Genossenschaft kostet der Stiftung also lediglich einen Bruchteil der Erträge. Auch wenn der Darlehnszins der Genossenschaft 10% betragen würde, könnte dies die Stiftung problemlos verkraften. Denn für die Stiftung ist in der Tat „Zeit=Geld“



In Bezug auf Tilgung und Zinsen können die Situation von Genossenschaft und Bank verglichen werden; beide berechnen für ihr Darlehn Zinsen und beide wollen irgendwann ihr jeweiliges Darlehn getilgt bekommen.


Anders jedoch wie bei der Bank, muss die Genossenschaft sich erst in den Stand versetzen, überhaupt der Stiftung ein Darlehn geben zu können. Sie muss das Geld von Menschen „einwerben“.


Dazu bedarf es – neben anderen Faktoren – des Vertrauens der anzusprechenden Menschen in die Fähigkeit der Genossenschaft, dass diese einerseits die zugesagten Renditen zahlen kann und auch das eingezahlte Geschäftsguthaben irgendwann – ohne Abzug von Verlusten – zurückfließt.


Der bekannteste Weg einer Genossenschaft, um Kapital aufzubauen ist, dass die Mitglieder Geschäftsanteile zeichnen – und in unserem Falle – die Geschäftsguthaben vollständig und zügig einbezahlen, denn nur dann erwirbt die Genossenschaft die Fähigkeit, der Stiftung die gewünschte „Starthilfe“ geben zu können.


Die Genossenschaft könnte auf diesem Wege – unterstellt, dass pro Mitglied 500 EUR (Mindest-) Geschäftsanteile festgelegt wären und jedes Mitglied nicht mehr zeichnet (was eigentlich unwahrscheinlich ist) – mit der Aufnahme von 300 Mitgliedern sich in Stand versetzt haben, der Stiftung das entsprechende Darlehn zur Verfügung zu stellen (wir vereinfachen und lassen die Verwaltungskosten der Genossenschaft außer Acht; diese sollten auch relativ gering zu halten sein, da die Genossenschaft – derzeit – keine weiteren Aktivitäten durchführt).


Die von der Stiftung an die Genossenschaft fließenden Darlehnszinsen sind für die Genossenschaft (zunächst) die einzigen Erträge.


Im Falle einer Gewinn-Ausschüttung an die Mitglieder wären diese zunächst zu versteuern. Insgesamt – je nach Hebesatz für die Gewerbesteuer – könnte mit einer steuerlichen Gesamtbelastung zwischen 45 und 47 % gerechnet werden. Natürlich können die Mitglieder den durch die Genossenschaft abgeführten Anteil (Abschlagsteuer) ganz oder teilweise mittels Einkommenssteuererklärung sich zurückholen oder eine Freistellungsbescheinigung vorlegen, dies alles würde jedoch nichts daran ändern, dass die Gewinne mit nicht unerheblichen Steuern „belastet“ wären. (Wir wollen hier die steuerlichen Fragen nicht vertiefen, sondern lediglich das Prinzip als solches thematisieren)


Unter solchen Umständen wird es wahrscheinlich für die Genossenschaft schwierig, zeitnah genügend Menschen für eine Mitgliedschaft zu „begeistern“. Auch für die Genossenschaft gilt: „Zeit =Geld“.


Die Frage sollte deshalb für die Initiatoren der Genossenschaft jetzt lauten:


·  Was könnte getan werden, um die Attraktivität für die Menschen in der Gemeinde zugunsten einer Mitgliedschaft in der Genossenschaft (mit möglichst hohen Anteilen - mehr als 500 EUR) zeitnah zu steigern?

 
Kaum von der Hand zu weisen, dass die Antwort lauten könnte:

 

·  Warum eigentlich nicht den Mitgliedern der Genossenschaft auch die Möglichkeit einräumen, einen mehr oder weniger großen Teil in ihrer Genossenschaft als Darlehn  „anzulegen“, kombiniert mit Geschäftsanteilen?

 

Die Überlegung, dass solche Zinsen – analog den Zinsen von Banken zu sehen sind -  und damit als Kosten der Genossenschaft zu buchen wären, sind korrekt.

Die Folge bei der Genossenschaft: Weniger Gewinnausweis. Die Folge bei den Mitgliedern: Weniger Gewinnausschüttung.

 
Für die Mitglieder scheint dieser Weg der Bessere zu sein, denn die Kreditzinsen fließen (zunächst unversteuert) den Mitgliedern zu, müssten jedoch von diesen selbst versteuert werden. Aber die Mitglieder würden mindestens die Steuerbelastung der Genossenschaft einsparen!

 
Aber Vorsicht!

 
Jetzt würde sich die Genossenschaft genau wie eine Bank verhalten. Und das ist rechtlich nicht zulässig.

 
Hier muss eine besondere Darlehnsform gewählt werden.

Um rechtlich unangreifbar zu sein, muss neben einer Beteiligung am Gewinn des Unternehmens (sog. Partiarisches Darlehn) auch ein sog. qualifizierter Rangrücktritt „eingebaut“ sein.



Nun könnte man auf die Idee kommen, dass das Genossenschaftsrecht bereits die Möglichkeit einräumt, Geschäftsguthaben zu verzinsen (§21a GenG). Das ist durchaus richtig. Damit wird jedoch nicht der gewünschte Effekt für die Mitglieder erreichbar, die Steuerbelastung (bei Gewinn-Ausschüttung) zu reduzieren, weil diese Verzinsung steuerrechtlich wie Dividende gesehen wird. Die Verzinsung von Geschäftsanteilen geht nicht in die Kosten der Genossenschaft, sondern wird dem Gewinn zuzuschlagen und unterliegt damit der steuerlichen Ausschüttungsbelastung. Es entsteht ein Effekt, der für die Mitglieder der Genossenschaft (zunächst) Nachteile bringt.


Die Kombination von Beteiligung plus Möglichkeit, bei seiner Genossenschaft ein „besonderes Darlehn“ (s.o.) zu zeichnen, optimiert eindeutig das Interesse von vielen Menschen, sich an ihrer Genossenschaft (noch) engagierter zu beteiligen.
 

Da in unserem Beispiel die EnergieGenossenschaft  d e r  Problemlöser für eine schnelle Verwirklichung der Stiftungs-Erträge ist, muss die Genossenschaft schnell ihre Darlehns-Vergabe-Fähigkeit erreichen. Die geschickte Kombination von Geschäftsguthaben und „besonderem Darlehn“, sollte die benötigte „Schubkraft“ dafür erbringen können.

Wir sehen:

Eine Kooperation von Stiftungs-Engagement und Genossenschafts-Engagement schafft beste Voraussetzungen, um nicht nur zeitnah seitens der Stiftung das Projekt zu verwirklichen. Sie könnte auch sogar in manchen Fällen überhaupt erst dazu beitragen, den nicht unerheblichen Kapitaleinsatz zugunsten der Stiftung zu erwirken.

Eine solchermaßen gestaltete Form von Kooperation macht SINN, weil sie synergetisch wirkt.
 

Wir nennen ein solches Kooperationsmodell deshalb auch „intelligente Kooperation“ (SmartCoop). Im kommunalen Bereich ist das in unser Konzept „CoopKom“ integriert.   

( Dieser Beitrag wird fortgesetzt)